Skip to main content

Warum schwärmen die Bienen?

Honigbienen haben einen natürlichen Drang zu schwärmen. Denn das Schwärmen sichert das Überleben ihrer Spezies.

Wenn ab Mai (je nach Region auch schon etwas früher) Pollen und Nektar im Überfluss vorhanden sind und sich die Anzahl der Bienen in einem Volk durch das verstärkte Brutgeschäft rasch auf bis zu 50000 vergrößert, entsteht der Schwarmtrieb. Das veranlasst die Bienen dazu spezielle Brutzellen für den Schlupf neuer Königinnen zu erstellen. Da es pro Bienenvolk immer nur eine Königin geben kann, verlässt die alte Königin vor dem Schlupf der neuen Königin mit einem Teil des Volkes den Bienenstock, um sich auf die Suche nach einer neuen Behausung zu machen.

Forschungsergebnissen zufolge ist der Bau neuer Königinnenzellen in Anwesenheit einer Königin dadurch zu erklären, dass ein Teil des Volkes denkt es habe keine Königin mehr. Denn die von der Königin abgesonderten Pheromone erreichen ab einer gewissen Volksstärke nicht mehr alle Bienen im Stock.

Ist ein Volk erstmal geschwärmt sammelt sich eine beeindruckende Menge an Bienen in Form einer Traube an Ästen von Bäumen oder Hecken, wobei sich die Königin sicher inmitten der Traube befindet. Von diesem vorläufigen Standort aus begeben sich die Bienen auf Erkundungsflüge, um einen neuen Nistplatz, wie zum Beispiel hohle Baumstämme, zu finden. Sobald einer neuer Standort von mindestens 15 zurückkehrenden Erkundungsbienen für gut befunden wird (je mehr Bienen von diesem Standort durch schwänzeln „berichten“, desto besser ist er), fliegt der gesamte Schwarm dorthin.

Leider ist es in unserer zumeist stark verbauten Landschaft sehr schwer für die Bienen einen geeigneten Platz zu finden und viele Schwärme habe geringe Überlebenschancen. Für uns Imker besteht allerdings die Möglichkeit einen solchen Schwarm „einzufangen“ und ihm in einem unserer Kästen ein neues Zuhause zu geben. Dazu werden einfach alle Bienen eines Schwarms in eine sogenannte Beute (einen Holzkasten) geschüttelt. Darin befinden sich mit Bienenwachs versehene Rähmchen auf denen die Bienen ihr neues Nest anlegen können und etwas Zuckerwasser, um die Energieversorgung sicher zu stellen. Wenn die Bienen ihren neuen Standort annehmen, bauen sie in beachtlicher Geschwindigkeit die Waben aus und legen so schon nach ein bis zwei Tagen ein neues Brutnest an. Haben sie sich dann in ihrer neuen Umgebung orientiert, beginnen sie wieder mit dem Sammeln von Pollen und Nektar, um die neu entstandene Kolonie ernähren zu können. Innerhalb weniger Wochen wird aus dem ehemaligen Schwarm ein voll überlebensfähiges Bienenvolk, das bis zum Winter genug Futtervorräte anlegen kann, um diesen sicher zu überstehen.